Der Nassersee

Der Nassersee


Der weltweit größte von Menschenhand angelegte See ist der Nassersee in Ägypten. Er ist knapp 500 Kilometer lang, hat eine Fläche von circa 5250 Quadratkilometern und erreicht eine Tiefe von bis zu 180 Metern. Er wurde anno 1960 angelegt, als der bekannte Assuan-Hochdamm gebaut wurde. Vorgänger war der kleinere Aswan-Staudamm, auch als „Alte Assuan-Staumauer“ bekannt, welcher von den Briten in den Jahren 1898 bis 1902 erbaut wurde. Heute liefert er Wasser und den aus der Wasserkraft erzeugten Strom bis in die entlegensten Winkel des riesigen und regenarmen Landes.
Der See ist nach Gamal Abdel Nasser benannt, von 1956 bis 1970 Präsident von Ägypten. Das südliche Drittel des Nassersees liegt im Sudan (150 Kilometer, auch als Nubia-See bekannt), während der nördliche und mittlere Abschnitt auf ägyptischem Territorium liegen und sich auf einer Länge von 324 Kilometern erstrecken.
Auf dem Land, das der Nassersee heute einnimmt, war einst die historischen Tempel Abu Simbel´s gelegen, welche von Ramses II. um 1200 v. Chr. erschaffen wurden. Sie wurden vor Beginn der Aufstauung zwar verlegt, dafür sind jedoch andere historische Denkmäler überspült worden. Gleich 32 Fischarten und die berühmten Nilkrokodile beherbergt der See. Jährlich werden hier 80.000 Tonnen Fisch gefangen.
Der Nasser-Stausee entstand durch den in den 60er Jahren errichteten Assuan-Hochstaudamm. Er hat das Land rund um den Nil in vieler Hinsicht vorhersehbar, aber auch völlig unvorhergesehen verändert. Unter anderem wurde ein ganzes altes Kulturland, das sogenannte Nubien, komplett darin versenkt.
Ein Teil der bekanntesten Denkmäler wurde zwar gerettet und an den neuen Ufern wieder aufgebaut, ein anderer aber für immer aufgegeben.

Der Nassersee liegt zu knapp 70% in Ägypten, während sich das südliche Drittel schon im Nachbarland Sudan befindet. Rund um den See befinden sich vor allem in Ägypten interessante Städte und Kulturstätten.
Assuan mit seinem Staudamm und dem malerischen Souk, die in der Nähe liegenden Tempel und Grabstätten sind Ziele, die man auf jeden Fall besuchen sollte.
Hier ist vor allem auch Abu Simbel zu nennen. Im sudanesischen Teil wird der See fast nur von menschenleeren Gebirgszügen und Wüste umgeben. Lediglich Wadi Halfa ist als einziger städtischer Ort am südlichen Ufer zu nennen.
Ägypten mit seinen knapp 90 Millionen Einwohnern ist eines der ältesten Länder der Erde mit einer der grandiosesten Hochkulturen der Antike, die bis heute wirkt. Das Land am Nil war schon vor Jahrtausenden Kristallisationspunkt verschiedener Kulturen und Religionen, alles unter dem Dach der herrschenden Pharaonen.

Der Nil ist der einzige Zufluss zum Nassersee

Der Nil ist der einzige Fluss, der den Nassersee speist, dafür aber in üppigem Maße. Im alten Ägypten nannte man den Nil einfach “großer Fluss”. Manchmal liest man auch den Namen “Hapi”, denn der Gott Hapi galt als die exakte Inkarnation des Nils. Zu ihm beteten die Menschen für eine reichliche Überschwemmung und damit für eine reiche Ernte.
Den heutigen Namen haben wir den alten Griechen zu verdanken, die dem Fluss den Namen “Neilos” gaben. Der Nil ist mit 6.741 Kilometern der offiziell längste Fluss der Erde.
Die globale Spitzenposition wird dem Nil aber vom mächtigen Amazonas streitig gemacht, dessen Länge umstritten ist und manchmal mit 6.400 Kilometern, mal mit 6.800 Kilometern angegeben wird. Der Nil entspringt aus dem Blauen Nil im ostafrikanischen Hochland und dem Weißen Nil im seit 2011 unabhängigen Südsudan. Dort prasseln Jahr für Jahr heftige Niederschläge darnieder, welche für den Wasserstand des Flusses ausschlaggebend sind.
Die alten Ägypter wussten vor Jahrtausenden noch nicht, wo der Ursprung des Nils liegt. Nach ihrem Glauben entsprang der Nil aus dem Nun, jenem Urgewässer, aus dem die Welt entstand und welches die gesamte Erde umschließt. Und in einem ewigen Kreislauf fließt er auch genau dorthin zurück, so glaubte man einst. Der Nil teilt das Land Ägypten in zwei Abschnitte: Zum einen in das Niltal in Oberägypten und das Nildelta in Unterägypten, wo er sich in gleich mehrere Nebenflüsse spaltet.

Das Land war früher noch abhängiger vom Nil als es heute noch der Fall ist. Im Idealfall stieg der Nil zwischen den Monaten Juni und Oktober so stark an, dass er über die Ufer trat und dadurch fruchtbaren Schlamm auf die umliegenden Felder spülte. Eine reichhaltige Ernte war die Folge. War der Wasserstand allerdings zu niedrig oder ging das Hochwasser zu schnell zurück, fiel die Ernte eher gering aus.
Wenn der Nil hingegen zu schnell anstieg oder sich nicht früh genug für die Aussaat zurückzog, waren große Schäden an Dörfern und Feldern die Folge. Der Wasserstand des Nils wurde früher an mindestens 20 Nilometern gemessen. Einer war auf der Insel Elephantine, wo er auch heute noch zu besichtigen ist. Bei der Markierung von 16 Ellen erreichte der Fluss dann seinen Idealstand.
Wenn die Nilüberschwemmung nicht ausreichend war oder sogar ganz ausblieb, hatte dies verheerende Folgen. Das Land versank nämlich in einer schrecklichen Hungersnot und Seuchen und Aufstände brachen immer wieder aus. Ein Text aus dem Alten Reich enthält Anspielungen auf massenhaftes Sterben, verwesende Leichen, Plünderungen, Selbstmorde und gar Kannibalismus. Um nicht völlig abhängig von den Launen des Nils zu werden, verstärkten die Bauern der Region natürliche Deiche zu Dammanlagen. Künstliche Kanäle und Becken beförderten in der Folge Niedrigwasser zu den Feldern und Hochwasser weit in das Tal hinein.
In manchen Zeiten fiel die Überschwemmung des Nils sogar mehrere Jahre ganz aus. Da es in Ägypten nur selten regnet, trockneten einige Flussarme komplett aus. Schiffe schafften es kaum noch oder gar nicht mehr durch das schlammige Nass des Nils.

Die Landschaft rund um den Nassersee zieht Touristen an
Zwar sind Schwimmen und Baden im Nassersee bei den Einheimischen verpönt, dennoch eignet sich der Nassersee als Urlaubsregion, auch für europäische Touristen. Denn man kann hier nicht nur die kulturellen Relikte aus längst vergangenen Epochen erkunden, sondern auch den See selbst als Ausflugsziel nutzen.

Kreuzfahrt auf dem Nassersee

Oftmals führen die Nilkreuzfahrten über den Nassersee
Eine Nassersee-Kreuzfahrt beginnt in Assuan, im Norden der Staudämme. Assuan zählt zu den schönsten ägyptischen Städten und vermittelt mit dem Philae-Tempel, dem Nubischen Museum und dem „Unvollendeten Obelisken“ bereits fantastische Eindrücke. Der Haupttempel des nubischen Gottes Mandulis wurde im Jahr 1963 aus dem im Nassersee versunkenen Kalabscha abgetragen und wieder neu errichtet.
Mit einer Länge von 77 Metern ist der Sandsteinbau die größte freistehende Tempelanlage in Unternubien. Südlich des Tempels befindet sich der von Säulen geschmückte Kiosk von Kertasi. Auch der über zwei Heiligtümer verfügende Dakka-Tempel und der unvollendet gebliebene Maharakka-Tempel wurden in den 1960ern an andere Orte versetzt und bieten heuer den Kreuzfahrtteilnehmern ein extrem imposantes Ambiente, wenn sie in den Abendstunden beleuchtet werden.
Der Derr-Tempel wurde unter Ramses II. als Felsentempel am Ostufer des Nils erbaut. 1964 wurde das 37 Meter lange Bauwerk in Neu Amada wieder aufgebaut. Einen weiteren tollen Blickfang bietet der Ruinenort Qasr Ibrim, dessen Überreste sich auf einem Felsen im Nassersee befinden. Dieser Ort war seit der Antike bis in das 19. Jahrhundert durchgängig bewohnt und verfügt über beeindruckende Pyramidengräber, aus Lehmziegeln erbaute Tempel und Gaststuben, deren Reliefdarstellungen auf den früher sehr regen Weinkonsum hindeuten.
Als Höhepunkt jeder Nassersee-Kreuzfahrt gilt gemeinhin der Besuch von Abu Simbel, dem oben im Text schon erwähnten großartigen Felsentempel von Ramses II..
Der Prachtbau aus dem 13. Jahrhundert v. Chr. erhebt sich auf einer Insel mitten im Nassersee, welche durch einen Damm mit dem Ort namens Abu Simbel verbunden ist. Den Tempel zieren gleich vier Kolossalstatuen von Ramses II.. Der Weg zum Heiligtum führt hindurch durch mehrere Hallen. Wer das Glück hat, eine Kreuzfahrt am 21. Februar oder 21. Oktober zu buchen, wird Zeuge des sehenswerten Sonnenwunders. Das 60 Meter im Fels liegende Heiligtum wird an diesen beiden Tagen von der Morgensonne bestrahlt und bietet eine unglaubliche Kulisse.

Tiere und Fische im und rund um den Nassersee

Nilkrokodile gibt es auch in der Nähe des Nassersee
Es gibt rund um den Nassersee eine beeindruckende Fülle an Vögeln, Säugetieren und Reptilienarten. Mehr als 100 Vogelarten sind in der Gegend verzeichnet. Es gibt verschiedene Arten von Wildenten, Pelikanen, Falken, Reihern, Milanen und Adlern.
An vielen Stellen sieht man auch Krokodile, Warane und andere Wildtiere wie Gazellen, Wüstenfüchse, Schakale und zahllose kleine Wüstentiere. Der Nassersee bietet für Angler eine fantastische Gelegenheit, gleich hunderte von Quadratkilometern Angelraum für sich zu haben.
Der riesige See dürfte zudem eines der besten Frischwasser-Gebiete der Welt sein, um Nilbarsche und Tigerfische zu angeln. Es gibt auch etliche Arten von Katzenfischen.
Unter ihnen ist der legendäre große Vundu der bekannteste. Zwei Arten von Tilapia sind ebenfalls Bewohner des Sees und machen eine gute Figur am Ende der Angelrute.
Insgesamt gibt es um die 32 Fischarten im Nassersee.

Die beste Reisezeit für einen Urlaub rund um den Nassersee ist die Periode von November bis März, da die Temperaturen in Ägypten dann zwar immer noch angenehm warm sind, man aber der drückenden Hitze des Hochsommers aus dem Wege gehen kann. Gerade für Familien mit Kindern und Senioren sind die Wintermonate als Reisezeit für den Nassersee absolut zu empfehlen.

Entdecken Sie die Schönheit und einzigartige Atmosphäre des Nassersees bei einer unvergesslichen Nassersee-Kreuzfahrt mit Reisen in Ägypten.

 

 



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