Der Tempel von Esna

Der Tempel von Esna


In der Nähe der malerischen Basare in der Altstadt von Esna liegt 9 Meter tief unter dem Straßenniveau als bedeutendste Sehenswürdigkeit von Esna der Tempel des Khnum aus ptolemäischer und römischer Zeit, der an Stelle eines Tempels der 18. Dynastie des Königs Thutmosis III. völlig neu erbaut wurde. Der Neubau des Khnum-Tempels aus der mittleren Ptolemäerzeit  ersetzt auch hier einen Tempel des Neuen Reiches, von dem Blöcke gefunden wurden. Leider ist der ptolemäische Naos mit Ausnahme der Fassade gänzlich zerstört, so dass dessen Chronologie unsicher bleibt.
Beide Tempel wurden dem widderköpfigen Gott Khnum geweiht, der im Morgengrauen die Menschen aus Nilschlamm auf seiner Töpferscheibe formte. Neben dem Schöpfergott wurden hier seine Gemahlin, die Löwin Menhit, die Stadtgöttin Nebetun und Heka, der Gott der Lebensenergie, verehrt. Der Göttin Neith, die nach dem Mythos von Esna, Ursprung und Schöpferin der Welt ist, war in dieser Anlage besonders viel Raum gewidmet. Die androgyne Gottheit ist hier mit Pfeil und Bogen dargestellt.
Im Laufe der Zeit wurde der alte Tempelbau durch Nilüberschwemmungen unter Schlick begraben und die heutige moderne Stadt Esna errichtet. Schon 1862 begann man mit Ausgrabungsarbeiten, legte zunächst nur die römische Säulenhalle frei, die unter dem römischen Kaiser Claudius (41-54 n. Chr) erbaut wurde.
Ehemals standen in Esna drei Tempel. Der nördlichste (5km nördlich) wurde bereits in alter Zeit, der zweite, ebenfalls im Norden gelegen wurde unter Mohammed Ali abgerissen und der letzte hat schon im Mittelalter seinen Hauptbau verloren. So steht heute nur noch die ungewöhnlich schöne Vorhalle aus der römischen Zeit mit ihren 24 Säulen in einer Senke, 9 Meter unter dem Straßenniveau der neuen Ansiedlung den einzigen Teil des Tempels, der ausgegraben ist und heute besichtigt werden kann.
Der größte Teil des Tempels, der in seiner Größe den Tempeln von Edfu und Dendara ähnelt, ist noch immer von der Altstadt von Esna bedeckt. Ein Kai, der den Tempel mit dem Nil verbindet, wurde vom römischen Kaiser Marcus Aurelius (161–180 n. Chr.) errichtet.
Die zentrale Tür führt in das dunkle, atmosphärische Vestibül, in dem das Dach von 18 Säulen mit wunderbar abwechslungsreichen floralen Kapitellen in Form von Palmblättern, Lotusknospen und Papyrusfächern getragen wird; Einige haben auch Weintrauben, eine unverwechselbare römische Note. Das Dach ist mit astronomischen Szenen geschmückt, während die Säulen mit Hieroglyphenberichten von Tempelritualen bedeckt sind. In den vorderen Ecken, neben den kleineren Toren, befinden sich zwei Hymnen an Khnum. Das erste ist ein Morgenlied, das Khnum in seinem Schrein erweckt; Die zweite ist eine wunderbare "Hymne der Schöpfung", die ihn als Schöpfer aller anerkennt: "Alle werden auf der Töpferscheibe geformt, ihre Sprache ist in jeder Region anders, aber der Herr des Rades ist auch ihr Vater."
An den Wänden opfern als Pharaonen verkleidete römische Kaiser den lokalen Göttern von Esna. An der Nordwand sind Szenen zu sehen, in denen Kaiser Commodus in einem Papyrusdickicht mit dem Gott Khnum Fische fängt und daneben den Tempel dem Gott präsentiert.
Die Rückwand im Nordosten, die während der ptolemäischen Zeit errichtet wurde, zeigt Reliefs von zwei ptolemäischen Pharaonen, Ptolemäus VI. Philometre und Ptolemäus VIII. Euergetes (170–116 v. Chr.). Einige römische Kaiser, darunter Septimus Severus, Caracalla und Geta, fügten ihre Namen in der Nähe des hinteren Tors der Halle hinzu

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