Der Totentempel der Königin Hatschepsut

Der Totentempel der Königin Hatschepsut


Der gewaltige Totentempel der Hatschepsut liegt im Tal Deir el Bahari in der ägyptischen Wüste weit offen zum Nil, im Rücken das Tals der Könige. Er ist der am besten erhaltene Kalkstein-Tempel der 18. Dynastie und in erster Linien den Göttern Hathor und Amun-Re geweiht. Der Name Deir el Bahari stammt von dem ehemaligen Kloster stammt, das während der koptischen Zeit erbaut wurde.

Der Bau unterscheidet sich in seiner architektonischen Erscheinung von anderen Tempeln Ägyptens, da die charakteristischen Höfe durch Terrassen ersetzt wurden, die durch Rampen miteinander verbunden sind. Manche Experten sehen den Tempel als Vorläufer für die spätere Architektur der Griechen und Römer, theoretisch könnte der kolossale Tempel aber genauso ein moderner faschistischer Palast sein. Zweifellos gehört er zu den großartigsten Denkmälern der ägyptischen Kultur.

Der ägyptische Herrscher hatte die Aufgabe, seine Götter und Pharaonen zu ehren und ihr Gedächtnis durch den Bau von Gräbern und Tempeln bis in die Ewigkeit zu wahren. Königin Hatschepsut war sich immer bewusst, wie sie ihr Image in der Öffentlichkeit verbessern und ihren Namen verewigen konnte. Der Totentempel erreichte beide Ziele.

Erbaut wurde die kolossale Tempelanlage der Hatschepsut durch ihren obersten Architekten Senenmut, der gleichzeitig auch der Erzieher von Hatschepsuts Tochter und angeblich auch Hatschepsuts heimlicher Geliebter war. Diese Umstände könnten die Ursache sein, dass es Senenmut erlaubt war, seine Grabstätte in unmittelbarer Nähe zum Tempel unter der ersten Terrasse zu erwählen. Bestattet wurde er dort jedoch nie.

Hatschepsut Tempel
Männliche Darstellung der Königin Hatschepsut

Das bedeutendste Unterscheidungsmerkmal zu anderen Tempelanlagen Ägyptens ist wohl, dass der Tempel der Hatschepsut im Auftrag einer Frau erbaut wurde – von Hatschepsut selbst. Sie lernte das Streben nach Macht bereits in ihrer Kindheit von ihrem Vater Thutmosis I. Sie wurde auch als Tochter des sehr mächtigen Gottes  Amun angesehen - deshalb konnte sie wie ein Mann regieren. Königin Hatschepsut wurde in die hohe Position der Frau des Gottes Amun erhoben, die die höchste Position ist,die eine Frau in Ägypten einnehmen konnte. Dies verschaffte ihr eine große politische Macht. Ihre Regierungszeit war die friedlichste und wohlhabendste in der Geschichte Ägyptens. Sie zeichnet sich durch erfolgreichen Handel, Wirtschaft und ihre zahlreichen öffentlichen Projekte aus, die Arbeitsplätze für das ganze Land zur Verfügung stellten..

Nach der Heirat mit ihrem Halbbruder Thutmosis II (  der Sohn  ihres Vaters Thutmosis I mit seiner Nebenfrau Mutnofret ) und dessen frühen Tod war dessen Sohn Thutmosis III.,) von seiner Nebenfrau Iset )   noch zu jung für den Herrschersitz. Vorübergehend übernahm diesen Hatschepsut, bis sie mit allen bekannten Traditionen brach und sich selbst zur Herrscherin aufschwang.

Über 2 Jahrzehnte regierte sie über ganz Ägypten. Ihren Stiefsohn Thutmosis III sah sie zwar offiziell als Mitherrscher, untergrub seine Macht aber regelmäßig. So rächte sich Thutmosis III. nach ihrem Tod, indem er ihr Andenken zerstören wollte. Die 37 Meter lange Rampe zum Portal des Tempels der Hatschepsut war ursprünglich von Sphinx-Statuen gesäumt, die Thutmosis III. jedoch nach dem Tod der Hatschepsut zertrümmern ließ. Auch einige Statuen und Reliefdarstellungen im Inneren des Tempels wurden stark beschädigt.

Schätzungsweise wurde der Tempel der Hatschepsut etwa um 1500 vor Christus innerhalb von 15 Jahren errichtet. Heute liegt er etwa 45 Fahrminuten von Luxor entfernt. Vom Hatschepsut-Tempel führt eine schnurgerade Prozessionsstraße über den Taltempel der Hatschepsut zum Nilufer und weiter über den Fluss zum Karnak-Tempel – wohl eine der ersten “Autobahnen” der Welt.

Erforschung des Hatschepsut-Tempels

Die ersten Europäer bekamen den Tempel etwa um 1740 zu Gesicht und nannten den Bau „Nördliches Kloster”. Die ersten Ausgrabungen bzw. Schutträumungen am Tempel der Hatschepsut geschahen Ende des 19. Jahrhunderts im Auftrag des Britisch Egypt Exploration Fund. Neben den Aufräumungsarbeiten der herabgestürzten Felsbrocken wurden auch die Wandmalereien im Tempel von Deir el Bahari kopiert und katalogisiert. Die Ausgrabungs- und Restaurierungsarbeiten sind bis heute noch nicht vollständig abgeschlossen.

Besuch des Hatschepsut-Tempels

Amun Re in Anubis Kapelle

Der Innenraum des Hatschepsut-Tempels beeindruckt heute noch vor allem durch die kunstvollen Wandmalereien, die überall im Tempel zu finden sind und in mühevoller Kleinstarbeit wiederhergestellt wurden. Hier wird auch sichtbar, dass Hatschepsut immer wieder auch als Mann mit dem Pharaonenbart dargestellt wurde.

Die beiden Kapellen in der Tempelanlage sind den Göttern Hathor, Amun-Re und Anubis geweiht und ebenfalls reich verziert. Es gibt auch eine Kapelle der Hatschepsut und des Thutmosis I, von wo aus man in das Sanktuar des Thutmosis I gelangt. Hier sind die Verzierungen leider beinahe vollständig zerstört. Im großen Hof des Sonnenheiligtums wurde ein Sonnenaltar errichtet. Bis auf eine Darstellung der Reise der Sonne über den Himmel ist dieses Heiligtum nicht dekoriert.

In den Hügeln um den Tempel herum sind eine Menge an Löcher im Fels zu sehen, der Steilhang sieht regelrecht wie ein Schweizer Käse aus. Dies sind ehemalige Gräber, die Grabräuber nach ihre Plünderung offen zurück ließen.

Lesen Sie mehr über die Pharaonen Ägyptens

Während Ihres Aufenthaltes in Ägypten müssen Sie unbedingt den unvergesslichen Hatschepsut-Tempel besuchen. Reisen in Ägypten bietet Ihnen neben Ägypten-Rundreisen und Nilkreuzfahrten auch private Tagesausflüge von Luxor mit deutschsprachigen Ägyptologen, die Ihnen alles Wissenswerte über die Königin Hatschepsut erklären werden.



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